Jahresbericht 2011

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Nach einem für deutsche Verhältnisse sehr schneereichen und kaltem Dezember folgte Anfang Januar das große Tauen.

Milde Temperaturen und starke Regenfälle sorgten für den ein oder anderen überfluteten Weinberg im Moseltal. Der Monat Februar brachte dann nur noch wenig Schnee und Kälte mit sich, und schon bald konnten die Arbeiten im Weinberg beginnen.

Anschließend zog der Frühling ins Moseltal ein. Außergewöhnlich hohe Temperaturen sorgten schon sehr früh (ähnlich wie im Spitzenjahr 2007) für den Austrieb unserer Reben. Trotz aller Freude über das frühe Aufbrechen der Knospen schauten wir besorgt auf unsere Weinbergsböden, die schon im Frühjahr knochentrocken waren.

Aber ein früher Austreib bringt auch Gefahren mit sich. Die Nacht vom 4. auf den 5. Mai wird wohl vielen Winzern in Deutschland in böser Erinnernung bleiben. Temperaturen von bis zu 5 Grad Minus sorgten nahezu in allen deutschen Anbaugebieten für Frostschäden. Auch einzelne Dornfelder und Grauburgunder Weinberge unseres Gutes waren betroffen.

Die Trockenheit unserer Böden änderte sich auch nicht im Wonnemonat Mai. Zum Ende hin, pünktlich zur bevorstehenden Rebblüte, kam dann der von allen langersehnte Regen. Bei nahezu perfekten Bedingungen, also guter Bodenfeuchte und warmen Temperaturen, lief die Rebblüte reibungslos über die Bühne und ließ die Winzer auf Grund des guten Traubenbehanges auf ein mengenmäßig gutes Jahr hoffen.

Auf einen normalen Wetterverlauf im Juni folgte ein ungewönlich kühler Monat Juli mit vielen Nächten im einstelligen Bereich. Auch Anfang August änderte sich daran kaum etwas. Dann, als so richtig keiner mehr mit dem Sommer 2011 rechnete, kam er dann doch noch. UND WIE!

Ab Mitte August sorgte eine Hitzewelle für Temperaturen bis 35 Grad und extreme Luftfeuchte. Bei der extremen Wetterlage mußten wir mit starken Gewitterstürmen rechnen. In trauriger Erinnerung wird uns der 27 August im Moseltal bleiben. Am Nachmittag verdunkelte sich der Himmel bedenklich und das, was dann folgte, hatte bisher unbekannte Ausmaße zur Folge. Orkanartige Windböen, Starkregen und Hagelkörner so groß wie Tennisbälle fielen vom Himmel. Auch einzelne unserer Weinberge wurden stark getroffen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen sind wir aber nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen. Einmal mehr wurde uns gezeigt, dass wir von der Natur abhängig sind, und mit ihr im Einklang arbeiten müssen.

Ab dem 6. September, und damit so früh wie nie zuvor, begann die Weinlese 2011 für unseren Traubensaft und den Rivaner. Hochsommerliche Temperaturen (bis 32 Grad) waren eine echte Herausforderung für unsere Erntehelfer.

Ab dem 18. September begann die Lese der Dornfelder Trauben. Gute Erträge und hohe Zuckerwerte lassen auch hier einiges erwarten im späteren Wein. Nach kurzer Lesepause ging es bereits am 22. September, also gut 3 Wochen früher als normal, in die steilen Rieslingweinberge. Der erste selektive Lesedurchgang stand auf dem Programm. Gemeinsam mit unseren Lesehelfern waren wir drei Tage damit beschäftigt, jeden einzelnen unserer Steilhänge durchzulesen. Hierbei wurden alle vom Hagel angeschlagenen und verletzten Trauben entfernt. Das gesunde Lesegut konnte noch weiter reifen und dabei wichtige Mineralien und Nährstoffe aufnehmen.

Nach einer weitern kurzen Lesepause stand als nächstes die Spätburgunder Traube auf dem Programm. Nie zuvor wurden in unserem Weingut höhere Zuckerwerte (108 Grad Oechsle) bei dieser Sorte gemessen.

Ab dem 7. Oktober begann die Hauptlese beim Riesling. Bei traumhaftem Spätsommerwetter konnten wir ganz ohne Hektik die Weinlese fortführen. Angefangen bei unseren Basisrieslingen sowie den Hochgewächsen konnten Tag für Tag tolle Ergebnisse sowohl in Qualität als auch in Menge eingelagert werden.

Am 14. Oktober entschlossen wir uns auf Grund des weiter stabilen Wetters, einen weitern selektiven Lesedurchgang in den Spitzenlagen durchzuführen. Am Abend konnten wir uns dann über 111 Grad Öchsle freuen. Beste Voraussetzung für eine tolle süße Auslese.

Ab dem 16 Oktober (und somit als dritter und letzter Durchgang) wurden dann auch die noch gesunden und vollreifen verbliebenen Trauben geerntet. Diese Traubenmoste werden ausschließend für unsere Spitzenprodukte im trockenen (Riesling S) und halbtrockenen bzw. feinherben Bereich (Spätlese Feinherb/Riesling Platin) verarbeitet.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass das Jahr 2011 mit seinen vielen Besonderheiten nichts für schwache Nerven war, aber auf Grund der im Keller sehr guten Qualitäten durchaus als Ausnahmejahr, vielleicht sogar als bisher bestes in diesem noch jungem Jahrtausend bewertet werden kann.

Jahresbericht 2010

Das Weinjahr 2010 begann mit dem Austrieb der Reben in der zweiten Maiwoche ca. zwei Wochen später als in den Jahren zuvor. Grund dafür war der lang anhaltende Winter und das kühle Frühjahr.

Schon jetzt machten sich bei den Rebsorten Müller-Thurgau, Dornfelder und Spätburgunder die Frostschäden von dem harten Winter bemerkbar. Die Rebsorte Riesling hatte die eisigen Temperaturen von Januar und Februar besser überstanden. Auch die Blüte verzögerte sich in diesem Jahr deutlich nach hinten, verlief aber dann zügig durch.

Im Juli folgte dann die große Hitzewelle, die unseren Reben auch einiges abverlangte. Anfang August zeigte sich der Sommer von seiner eher durchwachsenen Seite mit wechselhaften Witterungsverhältnissen. Der September präsentierte sich sehr launisch. Ende September haben wir dann unsere frühen Rebsorten Müller-Thurgau und Dornfelder geerntet. Anschließend haben wir die Riesling-Grauburgunder und Spätburgunder mit allen Erntehelfern durchgelesen.

Der sonnige Oktober und vor allem die kühlen Nächte ließen die Reifegrade bei den späten Rebsorten noch deutlich steigen. In unseren Spitzenlagen haben wir am 21. Oktober eine Beerenauslese mit 131 Grad Oechsle geerntet. Wir können Ihnen also auch im kommenden Jahr den neuen Jahrgang wieder in gewohnt guter Qualität anbieten.

Mit Frost bedeckte Weinreben Impressionen aus dem Weinberg Großaufnahme einer Weintraube